Nahwärme - Rewarm

Dußlingen nachhaltig und zukunftsfähig gestalten – dies ist ein Kernanliegen beim Aufbau eines Nahwärmenetzes im Ortskern der Gemeinde.

© Gemeinde Dußlingen

Die Gemeinde Dußlingen hat sich auf den Weg gemacht, die Wärmevorsorgung vor Ort auf neue Beine zu stellen und somit einen wichtigen Beitrag zur sicheren und nachhaltigen Energieversorgung zu leisten.

Mit dem Projekt „Rewarm“ wurde im Dußlinger Ortszentrum ein Nahwärmenetz errichtet. Spatenstich war im Juni 2022 und offizieller Startschuss knapp ein Jahr später im Juli 2023.

Bei diesem von der EU geförderten Vorhaben wird die Abwärme des Verbandssammlers (Abwasserkanal des Abwasserverbandes Steinlach-Wiesaz) im Kugelwörth für die Wärmeversorgung der umliegenden Gebäude genutzt werden.

Das Nahwärmenetz soll nicht nur für öffentliche Gebäude genutzt werden. Für private und gewerbliche Hauseigentümerinnen und -eigentümer besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich an das Netz anzuschließen und von den zahlreichen Vorteilen eines modernen, umweltfreundlichen Heizungsnetzes zu profitieren.

REWARM 1.0

-im Plan die blaue Trasse-

Netzplan Rewarm 1-2

Die Trasse des 1. Bauabschnitts verläuft im Bereich "Alte Ortsmitte" beim Hindenburgplatz, Austraße, Uffhofenstraße bis hin zur Kirchstraße. Im 1. Bauabschnitt sind derzeit 26 Privatgebäude angeschlossen sowie 5 gemeindeeigene Gebäude (Anne-Frank-Schule mit Kulturhalle, Rathaus, altes Rathaus, Gebäude Niederhofenstraße 9). 

Wärmequellen:

Die Heizzentrale in der Anne-Frank-Schule hat eine Wärmeleistung von rund 800 kW (Abwasserwärmetauscher 210 kW und bestehende Gaskessel rund 600 kW).

Für die Umsetzung des Projektvorhabens erhält die Gemeinde Fördergelder durch das Förderprogramm Klimaschutz mit System.

Insgesamt beträgt die Fördersumme 1.909.863,66 €.

REWARM 2.0 

-im Plan die rote Trasse-

Netzplan Rewarm 3

Die Erweiterung des Nahwärmenetzes wurde in der Kappelstraße/Kreßbacher Straße bis zum Bauhof sowie im Anschluss an das bisherige Netz in der Bahnhofstraße und danach evtl. im Anschluss an den Steinlach fortgesetzt.

Wärmequellen:

Die Heizzentrale in der Anne-Frank-Schule hat eine Wärmeleistung von rund 800 kW (Abwasserwärmetauscher 210 kW und bestehende Gaskessel rund 600 kW).

Erweitert wird die Heizzentrale durch ein Blockheizkraftwerk mit einem Aggregat von 50 kW. 

Außerdem wird am Standort Bauhof eine neue Heizzentrale mit Pufferspeicher geplant (siehe Rewarm 3.0)

Rewarm 3.0

Aufgrund des Ausbaus des Wärmenetzes Rewarm im Bereich „Ortsmitte“ soll auf dem Gelände des Bauhofs eine zusätzliche Heizzentrale entstehen.

In der Heizzentrale werden 4 Pumpen und 2 Wärmetauscher eingebaut.

Die Gemeinde Dußlingen möchte außerdem von externen Firmen aus Dußlingen Wärme bzw. Abwärme abnehmen und in das gemeindliche Nahwärmenetz einspeisen.

Im Bereich Ortsmitte „Rewarm“ besteht eine Wärmepartnerschaft mit der Heizwerk UB GmbH, die bereits eine Hackschnitzelanlage in Dußlingen betreibt.

Der Anschluss mit einer Heizzentrale am Bauhof an das Heizwerk „Untere Breite“ erfolgte im 2. Halbjahr 2025. Die Arbeiten wurden bis Ende 2025 beendet.

Das Quartier umfasst den südöstlichen Teil der Gemeinde Dußlingen. 

Innerhalb des Quartiers sind vielfältige Akteure vertreten. Die räumliche Nähe und das Zusammenspiel aus Privathaushalten, Gewerbebetrieben, Wohnungsbauunternehmen und öffentlichen Schulen bieten optimale Voraussetzungen, um eine zukunftsfähige Nahwärmeversorgung mit erneuerbaren Energien aufzubauen.

Die Ziele des Quartierkonzepts „Dußlingen Süd-Ost“ sind:

  • Beteiligung und Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger
  • Zukunftsfähige Versorgung mit erneuerbaren Energien und Erstellung eines Nahwärmekonzepts
  • Gewinn an Wohnkomfort und weniger Energiekosten durch energetische Gebäudesanierung
  • Umweltfreundliche und sichere Nahmobilität durch gute Fuß- und Radwegverbindungen
  • Lokale Wertschöpfung und Planungssicherheit für private und öffentliche Investitionsentscheidungen
  • Aktiver Beitrag zum Klimaschutz und nachhaltiger Gemeindeentwicklung
  • Zusätzliche Fördermittel für Dußlingen

Nahwärmenetz

Auf Grundlage des Nahwärmenetzes „Rewarm – Ortsmitte“ wird im Bereich „Süd-Ost“ ein unabhängiges Nahwärmenetz errichtet. Hierfür wurden die Bewohnerinnen und Bewohner befragt, ob Interesse besteht. Dies diente als Grundlage der genauen Planung des ersten Ausbauschrittes.

Netzplan Rewarm Süd-Ost

Die rote Leitung kennzeichnet den ersten Bauabschnitt des ersten Ausbauschrittes vom Nahwärmenetz im Quartier „Dußlingen Süd-Ost“. Die blaue Leitung zeigt den zweiten Bauabschnitt, welche mit dem Anschluss des Schulzentrum Höhnisch endet. 

An dem Ort, an dem sich die beiden Leitungsfarben treffen, wird sich die geplante Heizzentrale für das Nahwärmenetz befinden. An der Heizzentrale soll ein Pufferspeicher installiert werden, der das erhitze Wasser speichert. Die Heizzentrale bzw. das Nahwärmenetz soll vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Ein lokales Unternehmen liefert hierfür Ihre überschüssige Wärme und versorgt zusätzlich das Nahwärmenetz mit Wärme.

Es besteht hier eine Wärmepartnerschaft mit der Kemmlit Bauelemente GmbH, die einen Anlage zur Verbrennung von Altholz (Abwärme) und Holzhackschnitzeln in Dußlingen betreibt.

Der Anschluss der Fa. Kemmlit an das Nahwärmenetz über eine Heizzentrale im Bereich Maltschach erfolgt im 1. Halbjahr 2026.

Primärenergiefaktor

An dieser Stelle finden Sie die Informationen zum Primärenergiefaktor des Quartiers „Süd-Ost“. Aktuell liegen hierfür keine Informationen vor. 

Wie funktioniert Nahwärme?

Die Nahwärme ist eine Art Heizungssystem, bei dem Wärme über kürzere Strecken zentral erzeugt und über ein isoliertes Rohrnetz an mehrere Gebäude verteilt wird. 

Die Wärmeerzeugung erfolgt durch Heizzentralen, welche aus folgenden Heizungsarten bestehen können:

  • Biomasse (z. B. Holzpellets),
  • Hackschnitzel,
  • Blockheizkraftwerk (Erzeugung von Wärme & Strom gleichzeitig),
  • Solarthermie-Anlagen,
  • Wärmepumpen und
  • Überschüssiger Strom (PV-Anlagen, Windkraft).

Hierbei wird aufgrund der zukunftsfähigkeit des Wärmenetzes ein höherer Wert auf erneuerbare Energieerzeugung gelegt. Mittel- bis langfristig wird ein Wärmenetz mit 100% erneuerbaren Energien angestrebt. 

Die erzeugte Wärme wird in Form von heißem Wasser, welches in der Regel eine Temperatur zwischen 70 bis 90 °C aufweist, durch isolierte Leitungen in die angeschlossenen Häuser transportiert.

Das heiße Wasser wird in die Hausübergabestation transportiert. In der Übergabestation ist ein Wärmetauscher verbaut, welcher die Wärme des Wasserkreislaufs vom Nahwärmenetz aufnimmt und an den Kreislauf des angeschlossenen Hauses übergibt. Das heiße Wasser wird im Haus durch beispielswiese Heizkörper oder Fußbodenheizung abgekühlt. 

Es befindet sich somit keine direkte Verbrennung mehr, da lediglich eine Wärmeübergabe stattfindet.

Schaubild

Vorteile der Nahwärme

Regionale Wärmeversorgung
Die Energie wird in der Region erzeugt und versorgt dort die örtlichen Haushalte, Betriebe und kommunale Gebäude. Es stärkt die lokale Wirtschaft und minimiert die Abhängigkeit von externen Lieferanten.

Reduzierung von CO2-Emissionen
Eine effiziente Erzeugung und Nutzung von erneuerbaren Energien fördert das Ziel des Bundes in naher Zukunft klimaneutral bzw. treibhausgasneutral zu werden. Nahwärme hilft, den CO2-Ausstoß im Vergleich zu Einzelheizungen deutlich zu minimieren. Mit einem Anschluss tragen Sie aktiv zum Klimaschutz bei. 

Flexibilität bei der Energiequelle
Es können einfacher verschiedene Energiequellen wie beispielsweise Solar, Biomasse, Hackschnitzel oder Abwärme von der Industrie genutzt werden. Das Nahwärmenetz wird dadurch anpassungsfähig und zukunftssicher. Das Umsteigen auf eine neue Technologie wird vereinfacht.

Geringerer Platzbedarf vor Ort
Die Wärmeerzeugung findet zentral statt, somit benötigen die einzelnen Gebäude keine großen Heizkessel mehr. Dies spart wertvollen Platz und reduziert Wartungen. Wohnräume bzw. Kellerräume bleiben frei und flexibel nutzbar. Die Abmessungen für eine Hausübergabestation eines Ein- bis Zweifamilienhauses variieren je nach Hersteller und Model. Typischerweise beträgt die Breite zwischen 40 und 87 cm, eine Tiefe von 30 bis 42 cm und eine Höhe von bis zu 87 cm. 

Einfache Integration in Neubau- und Bestandsgebiete
Nahwärmenetze lassen sich sehr gut in neue Wohngebiete integrieren, aber auch bei der Sanierung bestehender Gebäude. Der Bestand kann Schritt für Schritt auf nachhaltige Wärmeversorgung umgestellt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich bei Bestandsgebieten eine Nahwärmeleitung in der Straße befindet oder bei hoher Nachfrage das bestehende Nahwärmenetz sukzessiv erweitert wird.

Nutzung erneuerbarer Energien
Nahwärmenetze können problemlos mit nachhaltigen Energiequellen betrieben werden. Durch den Einsatz nachhaltiger Quellen wird der Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert. Das schont die Umwelt, verringert die treibhausgase und fördert somit den Klimaschutz.

Versorgungssicherheit
Der Versorger bzw. Betreiber des Nahwärmenetzes muss die Versorgung der angeschlossenen Häuser sicherstellen. Bei einer Nutzung mehrerer Energiequellen wird ein Ausfall minimiert. Die kurzen Wege im Vergleich zu beispielsweise Gasleitungen können Defekte minimiert werden und Fehler ggf. schneller behoben werden.

Förderung
Der Anschluss an ein Nahwärmenetz ist förderfähig. Bei Privatpersonen kann ein Förderantrag bei der KFW gestellt werden mit dem Förderprogramm 458. Bei Unternehmen gibt es ebenfalls eine Heizungsförderung für Nichtwohngebäude mit dem Zuschuss Nummer 522

Für die Beantragung der Förderung wird eine entsprechender Energieberater benötigt.

Erfüllung von Gesetzesvorgaben
Das GEG fordert in naher Zukunft, dass bestimmte Arten von Heizungssystemen nicht mehr verbaut werden dürfen (Gas und Öl-Heizungen). Mit einem Anschluss an das Nahwärmenetz gelten die Anforderungen an eine Heizung mit 65 % erneuerbarer Energien als erfüllt. 

Günstige und berechenbare Heizungskosten
Auf lange Sicht ist ein Anschluss an ein Nahwärmenetz günstiger, da Wartungskosten oder ein Austausch des Heizkessels wegfallen. Zudem sind die Kosten vollständig berechenbar und beruhen auf Indizes, welche in der Regel vom statistischen Bundesamt veröffentlicht werden. 

1.)   Sie haben Interesse an einem Nahwärmeanschluss für Ihr Gebäude? Füllen Sie bitte den Fragenbogen  aus und senden Sie diesen bitte per E-Mail an: COtt-Maier(at)dusslingen.de

2.)   Wir melden uns bei Ihnen und besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten eines Nahwärmeanschlusses.

3.)   Sofern die Möglichkeiten bestehen, können Sie den Anschlussvertragund Wärmeliefervertrag sowie die Anlage 1 Datenblatt ausfüllen und der Gemeinde zukommen lassen. Alternativ können wir die Dokumente Ihnen auch per E-Mail oder an Ihre genannte Adresse versenden.

4.)   Das Ingenieurbüro Lorinser wird sich bezüglich eines Termins mit Ihnen in Verbindung setzen, um sich die Ist-Situation bei Ihnen anzuschauen.  Hierbei können Sie ihre persönlichen Fragen stellen und es wird aus technischer Sicht dokumentiert, ob der Hausschluss problemlos verlegt werden oder ob es zu zusätzlichen Kosten kommen kann.

5.)   Einen Termin mit Ihrem Heizungsbauer rechtzeitig vereinbaren und ein Angebot für die geplanten Arbeiten für den Sekundäranschluss einholen. Um einen Zuschuss zu erhalten muss ein Leistung- und Liefervertrag abgeschlossen werden.

6.)   Kontaktaufnahme mit einem Energieberater um einen Förderantrag bei der KfW zu stellen.

7.)   Weitere Informationen zu den Förderungen unter www.kfw.de „Heizungsförderung“

Preise

Preisblatt

Für die Herstellung des Nahwärmeanschlusses (Anschlussleitung und Übergabestation) fallen einmalige Herstellungskosten an.

Diese richten sich nach der Größe der installierten Übergabestation.

Herstellungskosten Nahwärmeanschluss

Für die Abnahme der Nahwärme gilt der aktuelle Wärmepreis im Preisblatt.

Dieser setzt sich aus:

  • Arbeitspreis
  • Leistungspreis
  • Emissionspreis und
  • Messpreis 

zusammen.

Die möglichen Änderungen vom Arbeits-, Leistungs- und Messpreis sind über die Preisgleitklauseln im Preisblatt dargestellt. 

Die verwendeten Indexe sind genau beschrieben und können im Internet, auf den angegebenen Seiten verfolgt und abgerufen werden. 

Hierdurch ist eine größtmögliche Kostentransparenz gegeben. 

Die Formel des Arbeitspreises muss gemäß der Avb Fernwärmeverordnung auf die tatsächlichen Bedingungen (Energiemix) angepasst werden. 

Zusammensetzung des Wärmepreises

Abrechnung

Auf den bei der Jahresabrechnung zu zahlenden Wärmepreis hat der Wärmekunde Abschlagszahlungen in monatlichen Teilbeträgen zu leisten. Die Höhe und die Fälligkeitszeitpunkte der Abschlagszahlungen werden vom Wärmelieferanten jeweils im Rahmen der Jahresabrechnung oder durch gesonderte Mitteilung unter Berücksichtigung des Verbrauchs des abgelaufenen Abrechnungszeitraums.

Bei Fragen zur Abrechnung können Sie sich an Frau Lena Klein unter der Telefonnummer 07072 9299-311 oder E-Mail: LKlein(at)dusslingen.de.

Förderung

  1. Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) – 40 % (bereits bei den Preisen berücksichtigt)
  2. Förderung der Wärmeübergabestation und weitere Maßnahmen - über das Programm „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ sind Förderungen von bis zu 70 % möglich. Weitere Informationen unter www.kfw.de
  3. Über weitere Förderungen können Sie sich auch bei der Agentur für Klimaschutz Tübingen www.agentur-fuer-klimaschutz.de informieren.

Was ist Nahwärme?

Es bezeichnet die Wärmeversorgung eines kleineren Gebietes durch eine Heizzentrale, die Übertragung der Wärme erfolgt über verhältnismäßig kurze Strecken. Mit Hilfe von einem oder mehreren Wärmeerzeugern wird Wasser erwärmt und über ein verzweigtes Rohrleitungsnetz – das Nahwärmenetz – zu den Wärmabnehmern transportiert. Über einen Wärmetauscher, welcher sich in einer sogenannten Hausübergabestation befindet, wird die Wärme vom Nahwärmenetz auf das Heizungssystem des Wärmeabnehmers übertragen. Das abgekühlte Wasser fließt über den Rücklauf zurück zur Heizzentrale.

Wie kommt die Nahwärme in mein Haus?

Vom Nahwärmenetz in der Straße wird die Hausanschlussleitung über Ihr Grundstück in den Heizungsraum verlegt und an die Hausübergabestation angeschlossen. Hierfür ist eine Kernbohrung erforderlich, durch die die Hausanschlussleitung (Vorlauf und Rücklauf) in das Gebäude geführt werden. Danach wird die Wand wasserdicht verschlossen.

Welche Funktion hat die Hausübergabestation?

Das heiße Wasser des Nahwärmenetzes wird mit Hilfe von Pumpen zu den Häusern transportiert (auch Vorlauf genannt). Die Hausübergabestation enthält einen Wärmetauscher, der die Wärme auf den hausinternen Heizkreislauf überträgt. Das abgekühlte Wasser fließt anschließend zurück in das Nahwärmenetz zur Heizzentrale (auch Rücklauf genannt). Über den Wasserdurchfluss und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf wird über einen in der Hausübergabestation integrierten Wärmemengenzähler die abgenommene Wärme ermittelt.

Was wird bei der Montage der Hausübergabestation benötigt?

Es wird ein Platz für die Übergabestation benötigt. Je näher an der Hausanschlussleitung ist, desto besser. Zusätzlich wird ein Stromanschluss bzw. eine Steckdose mit 230V benötigt. Typischerweise beträgt die Breite einer Hausübergabestation zwischen 40 und 87 cm, eine Tiefe von 30 bis 42 cm und eine Höhe von bis zu 87 cm. Dies kann je nach Leistung der Hausübergabestation variieren.

Was beinhaltet die Wärmeübergabestation?

Die Übergabestation beinhaltet den Wärmetauscher, Absperrarmaturen, Volumenstromregler, Wärmemengenzähler, Regelventil und eine Regelung, so wie die bisherige Heizung auch.

Wo ist die Schnittstelle zwischen Nahwärmenetz und meiner Heizung?

Die Schnittstelle zwischen Nahwärmenetz und Heizungsanlage im Haus ist die sogenannte Wärmeübergabestation. Die Übergabestation wird an einer freien Wand montiert (die Nahwärmeübergabestation befindet sich im Eigentum der Betreibergesellschaft, das heißt bis hierhin ist der Netzbetreiber verantwortlich). Dieser muss dafür Sorge tragen, dass auch bei minus 20 °C ausreichend Wärme für Ihre Heizungsanlage zur Verfügung steht.

Wie funktioniert die Warmwasserbereitung?

Die Warmwasserbereitung geschieht wie bei jeder anderen Zentralheizungsanlage über einen Warmwasserspeicher. Vorhandene Speicher in den Häusern können eingebunden werden, wenn diese die technischen Anforderungen (wie z. B. Speichervolumen, Temperaturbereich, Material usw.) erfüllen.

Die Warmwasserbereitung kann völlig unabhängig von der Fernwärme sein bzw. mit anderen Energieträgern kombiniert werden (z. B. solare Warmwasserbereitung; Durchlauferhitzer Strom oder Gas)

Kann ich meine alte Heizungsanlage in Betrieb lassen?

„Jein“. Handelt es sich um eine Solarthermieanlage oder einen Kachelofen ist eine Kombination mit der Nahwärme möglich und aus ökologischen Gesichtspunkten auch wünschenswert. Bei fossil betriebenen Heizungsanlagen müssen Sie die Heizung stilllegen bzw. auszubauen. Dies ist für die Planungssicherheit unerlässlich.

Ich habe noch Heizöl in meinem Tank. Kann ich auch erst zu einem späteren Zeitpunkt Wärme abnehmen?

Bei geringen Restmengen kann das Heizöl noch verbraucht werden, bis Sie an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. In der Regel gewährt der Betreiber eine Übergangsfrist. Die Details dazu regelt der Wärmeliefervertrag.

Kann ich mich auch zu einem späteren Zeitpunkt anschließen lassen?

„Jein.“ Während der Planungsphase eines Nahwärmeprojektes werden die Wärmebedarfe der Interessenten abgefragt. Anhand dieser Daten wird im Anschluss das Netz ausgelegt. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Interessenten hinzukommen, können diese unter Umständen nicht angeschlossen werden, wenn die Auslastungsgrenze des Nahwärmenetzes erreicht ist.

Außerdem werden die Anschlusskosten individuell berechnet. Diese werden aller Voraussicht höher sein.

Kann die Nahwärme auch für Niedrigtemperaturheizanlagen (Fußbodenheizung) genutzt werden?

Dies ist problemlos möglich. Auch wenn über das Nahwärmenetz immer mindestens 70°C anliegen, kann mit Hilfe eines Mischventils innerhalb des Heizungskreislauf des Wärmeabnehmers die Heizungsvorlauftemperatur auf das gewünschte Niveau abgesenkt werden.

Kann ich bei der Nahwärme auch eine Tag- und Nachtabschaltung eingeben und im Sommer die Heizung ausmachen?

Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist mit einem sehr modernen Steuerungs- und Regelungssystem verbunden. Auch Nachtabsenkungen, Einstellung der Warmwassertemperatur, Zeitprogrammierungen, Außentemperatursteuerung, Frostschutz, Ferien- und Wochenendprogrammierung etc. sind möglich.

Wer übernimmt die Wartung des Nahwärmenetzes?

Der Betreiber des Netzes ist für die Wartung der Leitungen bis zur Übergabestation und für die Wartung der Übergabestation selbst verantwortlich. Für das hausinterne Heizungsnetz sind Sie als Eigentümer verantwortlich.

Was ist, wenn die Hausstation einmal kaputtgeht und ausgetauscht werden muss?

Der Betreiber hat den Hausanschluss mit der Hausstation während der Vertragslaufzeit auf seine Kosten in einem vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Dies umfasst auch Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie Änderungen oder die teilweise oder vollständige Erneuerung des Hausanschlusses, soweit solche Maßnahmen durch den vertragsgemäßen Gebrauch erforderlich werden. Diese Leistungen sind in der Hausanschlusskostenerstattung enthalten, die einmalig von jedem Nahwärmekunden zu entrichten ist und werden über die gesamte Vertragslaufzeit erbracht, wohingegen eine eigene Heizungsanlage etwa alle 15 bis 20 Jahre auf eigene Kosten ausgetauscht werden muss.

Gibt es eine Mindestabnahmemenge?

Nein, eine Mindestabnahmemenge halten wir aus ökologischen Gründen für nicht vertretbar.

Was kostet die Nahwärme?

Die jährliche Wärmeabrechnung setzt sich aus den verbrauchsabhängigen sowie den verbrauchsunabhängigen Kosten zusammen.

Dabei errechnen sich die verbrauchsabhängigen Kosten mit (Arbeitspreis + Emissionspreis) x Verbrauch in kWh.

Die verbrauchsunabhängigen Kosten (Leistungspreis und Messpreis) werden auf Basis des Anschlusswertes berechnet.

Preisblatt

Der Wärmepreis wird jährlich abgerechnet.

Auf den bei der Jahresabrechnung zu zahlenden Wärmepreis hat der Wärmekunde Abschlagszahlungen in monatlichen Teilbeträgen zu leisten. Die Höhe und die Fälligkeitszeitpunkte der Abschlagszahlungen werden vom Wärmelieferanten jeweils im Rahmen der Jahresabrechnung oder durch gesonderte Mitteilung unter Berücksichtigung des Verbrauchs des abgelaufenen Abrechnungszeitraums.

Was passiert mit dem Vertrag, wenn ich mein Haus verkaufe oder vererbe?

Der Wärmeliefervertrag geht mit allen Rechten und Pflichten an den neuen Eigentümer über.

Wer bezahlt den Wärmetauscher?

Der Wärmetauscher gehört zur Hausstation und diese ist Bestandteil des Hausanschlusses. Folglich sind die Kosten für die Anschaffung sowie die Montage und Inbetriebnahme der Hausstation, in der einmalig zu entrichtenden Hausanschlusskostenpauschale enthalten.

Wer übernimmt die Hausanschlusskosten?

Im Zuge der Tiefbauarbeiten übernimmt der Betreiber des Nahwärmenetzes die Beauftragung der Leitungsverlegung ins Haus bis zur Übergabestation und die Installation der Übergabestation. Die Kosten werden Ihnen bei Netzneubau gegen einen pauschalen Betrag in Rechnung gestellt.

Bei einem nachträglichen Anschluss an eine bestehende Trasse werden die Anschlusskosten individuell berechnet. Die Übergabestation bleibt dabei im Eigentum des Betreibers, wobei dieser auch anfallenden Kosten für Wartung und Reparaturen übernimmt. Alles jenseits der Übergabestation fällt in die Zuständigkeit des Hauseigentümers. So z.B. die Einbindung des hausinternen Heizkreislaufs (Neuanbindung an die Übergabestation).

Wer richtet die Hoffläche wieder her?

Die vom Betreiber des Wärmenetzes beauftragte Baufirma wird den vorherigen Zustand wieder bestmöglich herstellen. Sollten Sie Aufwertungen vornehmen wollen, sind diese selbst zu tragen.

Notfallnummer für Störungen bei Ihrem Nahwärmeanschluss

07072 9299 335

Sie haben Fragen?