Verein

Museumsfreunde Dußlingen

Museumsfreunde Dußlingen
Zeppelinstraße 11
72144 Dußlingen

Vorsitzende(r):
Herr Robert Fröhlich
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Vereinsporträt


Die Weihnachtsausstellung der Museumsfreund*innen fällt leider wieder aus!

Die Museumsfreund*innen haben sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, ihre vorbereitete Weihnachtsausstellung auf Grund der sich verschärfenden Pandemielage und im Sinne der Kontaktvermeidung, abzusagen. Liebevoll zusammengestellte Puppenstuben – die traditionellen Eisenbahnanlagen – eine facettenreiche Engelausstellung – Weihnachten früher in Dußlinger Familien, können Sie nun leider nur in wenigen Fotos in den nächsten Gemeindeboten betrachten.

Engel

Engeldarstellungen liegen nicht nur zur Weihnachtszeit im Trend und haben eine lange Tradition. Die klassischen Raffaelengel, der Engel Virusius, der den Computer schützen soll, der Engel im bayrischen Dirndl, ein Engel aus einer Konservendose, der Engel, der „vom Himmel hoch“ her als Bote kommt… Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Hier findet jeder seinen persönlichen Engel. Engel beflügeln die Fantasie von Kindern und Erwachsenen, besonders auch von Künstlern. Es ist die Faszination der Leichtigkeit, mit dem Flügelpaar kann man sich aufschwingen, über alles erheben.

Puppenstube und Kaufladen

Früher gehörten die Puppenstube und der Kaufladen zu Weihnachten wie der Christbaum und Breedle. In der weniger arbeitsreichen Zeit hat so mancher Großvater kleine Puppenmöbel gefertigt und so den Grundstock für ein kleines Puppen-Zuhause oder einen Kaufladen gelegt. Die Großmutter hat Vorhängle Tischdeckele, Bettwäsche, Kleidchen genäht, Topfläpple gehäkelt, Mützle und Strümpfle für die Püppchen gestrickt. Die Kinder konnten so in den Weihnachtstagen ihrer Phantasie freien Lauf lassen und in ihren "eigenen vier kleinen Wänden" Haushalt oder Verkäufer spielen.

Puppenstube

Weihnachtsausstellung der Museumsfreunde: Eisenbahn

Früher der Traum eines jeden Buben: eine  Eisenbahn zu Weihnachten. Ganz am Anfang gab es das Anfängermodell : a Holzige. Für einen ganz kleinen Buben war das schon das Größte. Eine Eisenbahnanlage war für die Eltern schon in finanzieller Hinsicht ein Spagat. Sowas konnte man nicht einfach mal kaufen. Das musste man schon genau planen, auf Jahre hinaus. Für eine Anlage wurde die Landschaft oft aus Pappmaché selbst gestaltet. Meist wurde das von Vater und/oder Großvater in der weniger arbeitsreichen Zeit gemacht. So modellierten sie Hügel, Täler, Tunnel, Unterführungen, kleine Bäche oder Teiche,  Brücken, Wege und ein Dorf. Die Häusle, Kirche und Bahnhof gab es damals schon im Selbstbausatz zu erwerben. Jedes Jahr wurde die Anlage um ein paar wichtige Teile erweitert. Man kann sich gut vorstellen, wie die Kinderaugen geleuchtet haben,  wenn unter dem Weihnachtsbaum eine Eisenbahn stand. Der eine  oder andere Bub wird hier seine Berufung für später gefunden haben.

Eisenbahn 1Eisenbahn 2

Christbaum

Das Christbaumschmücken folgte früher nach einem strengen Reglement. Meist war es der Vater, der dies übernahm. Die Geschenke wurden unter den Baum und die Bibel fürs Verlesen des Lukas-Evangeliums bereitgelegt. Nach dem Kirchgang wurde ein einfaches Mahl gegessen, bevor es in die Weihnachtsstube zur Bescherung ging. Kinderaugen leuchteten, und so manch sehnlicher Wunsch ging in Erfüllung: a Pupp, an Kauflada, a Zigle, an Schlitta, a Paar Schi oder Schlittschuhkufen. Die Seligkeit über solche Geschenke war unbeschreiblich.

Die Museumsfreunde wünschen allen Lesern und Interessierten am lebendigen Brauchtum ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr. 

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regelmäßige Termine

Die Dußlinger Museumsfreunde und ihre Aktivitäten

Anlässlich des Dußlinger Dorffestes im Sommer 2007 stellten ein paar „Museumsfreunde", die aus dem Trachtenverein hervorgegangen waren, in und um der Mehrzweckhalle eine Ausstellung, unter dem Motto „Vom Korn zum Brot" zusammen. Das Korn war mit alten Gerätschaften, z.B. dem Habergschirr, Flügel und einem alten Irus-Mäher mit Getreideerntevorrichtung geerntet, zu Garben gebunden, getrocknet und neben der Turnhalle in einer wieder funktionstüchtig gemachten Dreschmaschine gedroschen, gemahlen und in der Mehrzweckhalle zu Brot verarbeitet und verteilt worden.     

Dies war der Beginn, für ein Team unter Robert Fröhlich, das als Museumsfreunde sich der Aufgabe widmete, Gegenstände und Bilder, Möbel und dörfliches Kulturgut, überwiegend aus Dußlingen, zu sammeln, um es der Nachwelt als Brücke zur Vergangenheit zu bewahren.

Es werden in der Rege zwei Wechselausstellungen pro Jahr angeboten.

Folgende Aktivitäten wurden im Laufe der Jahre entwickelt:

1.

Am 21.09. 2014 wurde im Foyer des neuen Rathauses von Bürgermeister Thomas Hölsch und Kreisarchivar Dr. Sannwald eine Wanderausstellung zum 1. Weltkrieg eröffnet, die mit Unterstützung von Frau Thran und Herrn Dr. Sannwald vom Kreisarchiv zusammengestellt worden waren. Sie zeigte Postdokumente vom Feld und ins Feld, Waffen von Verdun, Uniformen und Teile davon, sowie Orden.

2.

2015 wurden den Museumsfreunden einige Räume im Alten Rathaus für

Ausstellungen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Dußlinger Kirbe wurde hier im Oktober von Bürgermeister Thomas Hölsch die Ausstellung zu den Themen

Schlachten/Metzgerei, Ernte, Küche/Vorratshaltung und vom Korn zum Brot feierlich eröffnet. Vorgestellt wurden alte Gerätschaften, mit Bildern aus der Vergangenheit und einem Videofilm über die Ernte in alter Zeit, der in Dußlingen gedreht wurde.

3.

Im Dezember 2015 luden die Museumsfreunde zur Weihnachtsausstellung ein. Die Dußlinger Stubenmusik des Trachtenvereins sorgte für die musikalische Umrahmung, sowie der ausgeschenkte Punsch und weihnachtliche Plätzchen.

4.

Bürgermeister Thomas Hölsch eröffnete im Mai 2016 die neue Ausstellung der Museumsfreunde. Die mit den Themen Handwerk und Alltag aus alten Zeiten mit einer Schneiderwerkstatt und einer originalen Schuhmacherwerkstatt samt dem dazugehörigen Schuhmacher ausgestattet war. Alte Spätzlesmaschinen wurden im Einsatz gezeigt. Bilder der Dußlinger Vergangenheit gaben Gelegenheit zur Entdeckung alter Bekannter.

5.

Am 27 November 2016 wurde die Weihnachtsausstellung eröffnet. Zur Eröffnung sprach Bürgermeister Thomas Hölsch, die musikalische Umrahmung übernahm das, Freundinnen-Chörle, Herrn Schaal am Harmonium und Frau Reinfrank an der Zither.

Eine spielbereite Eisenbahn, Puppenstuben und Kaufläden sowie ein Weihnachtszimmer mit schönem antikem Weihnachtsschmuck waren die Höhepunkte. Eine beeindruckende Sammlung von Irus-Kaffeemühlen erstaunte viele Besucher.

6.

Im Mai 2017 eröffnete die Ausstellung „500 Jahre Reformation in Dußlingen und Dußlinger Maler" mit Musik am Harmonium und einer Begrüßungsrede von

Bürgermeister Thomas Hölsch und Pfarrer Adt der evangelischen Kirche. Es wurden alte Schriften und Talare, Priestergewänder und Kirchengeräte gezeigt. Interessant waren die transkribierten Dokumente aus den Kirchenbüchern über die Kirchenstuhlordnung und aus den niedergelegten Schriften aus dem Glockenstuhl über die alten Zeiten der Hungers- und Winternöte. Sehr nahe ging einem diese Zeit durch die drastischen Darstellungen aus den originalen Schriften. Weiter waren beeindruckende Ölgemälde und Aquarelle der Dußlinger Maler Fröhlich und Möck von 1898 bis heute ausgestellt.

In der vollbesetzten Aula der Anna-Frank-Schule fand parallel zur Ausstellung ein Vortrag von Kreisarchivar Herrn Dr. Sannwald über den Pfarrer Michael Back und seine unglückliche Frau statt.

7.

Am 1. Adventssonntag, dem 3. Dezember 2017, begann die Weihnachtsausstellung mit einer Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Hölsch. Die Ausstellung wurde bereichert durch den Besuch des Puppendoktors aus Seewald. Der Andrang von Gästen mit verletzten Puppen war riesengroß. Ein besonderer Anziehungspunkt war jedoch die Präsentation von über 20 Puppenstuben, die in ihrer ganzen Pracht von einem Handwerksmeister und seiner Frau aus dem Umland gefertigt worden waren. Unterschiedlichste Kaufläden, ein Hutladen, Apotheke, aber auch ein Hufschmied während der Arbeit und eine Schreinerei. Es gab eine Menge zu sehen, neben Puppen und Kinderspielzeug aus alter Zeit. Für Eisenbahnfreunde war ein ganzes Zimmer eingerichtet mit einer fahrbereiten Anlage und Trix-Raritäten aus den 60er Jahren.

Ende Januar kamen die Puppendoktoren wieder und brachten die reparierten Puppen zurück, die sie bei der Eröffnung der Ausstellung nicht mehr reparieren konnten.

Zu jeder Ausstellung wurden themenbezogene bemalte Getreidesäcke aus dem reichen Fundus des Heimatmuseums gezeigt. Anhand der Bemalung kann Familiengeschichte nachvollzogen, Berufe und Besitztümer erfahren werden.

Zu allen Öffnungszeiten waren die Besucherzahlen äußerst zufriedenstellend, auch

Besucher mit körperlicher Einschränkung konnte der Besuch durch den barrierefreien Zugang zu den Ausstellungsräumen ermöglicht werden. Im Alten Rathaus befinden sich Räume, die für Deutschkurse von Kindern mit Migrationshintergrund genutzt werden. Diesen Kindern und weiteren, die im Hause Hausaufgabenhilfe erfahren, wurden in das Museum geführt, wo sie Szenen aus alter Zeit sehen konnten.

Dadurch wird die Integration gefördert und der Dialog zwischen alt und jung gepflegt.

Sehr schnell entwickelte sich das Museum zum Treffpunkt alter und neuer Bürger.

Gespräche mit den Besuchern aus nah und fern ergaben, dass gerade solche Treffen und Gespräche im Museum zu besserem Erleben und zum Beleben der jeweiligen Präsentationen beitragen. Die präsentierten Bilder aus dem Dorfleben früherer Zeit und die gezeigten Ausstellungsgegenstände waren immer wieder Anlass für die älteren Mitbürger, Erinnerungen auszutauschen, die auch für die neuen Mitbürger äußerst interessant waren.

Engel
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