Unsere Helden im Winter - Winterdienst der Gemeinde Dußlingen


Jedes Jahr von Mitte November bis Mitte April ist der Bauhof der Gemeinde Dußlingen in Bereitschaft für den Winterdienst, räumt früh morgens die Straßen und sorgt dafür, dass wir alle so gut es geht sicher ans Ziel kommen.
Dafür haben wir Pascal Jörg interviewt, den Leiter unseres Bauhofs.

Bauhofleiter Pascal Jörg vor einem Fahrzeug des Bauhofes

Mit seinem Team von aktuell 5 Mitarbeitern ist er unter anderem für den Winterdienst zuständig. Jede Woche hat einer seiner Mitarbeiter „Glatteiserkennungsdienst“ von 04.00 Uhr – 20.00 Uhr. Konkret bedeutet es, dass er spätestens morgens um 04.00 Uhr und abends bis 20.00 Uhr überprüfen muss, ob der Winterdienst gebraucht wird. Sollte das der Fall sein, informiert dieser den Bauhofleiter, welcher daraufhin entscheidet, wie viele Mitarbeiter benötigt werden. Den weitesten Anfahrtsweg hat hier ein Mitarbeiter aus Bieringen. Sollte der Winterdienst um diese Uhrzeit noch nicht gebraucht werden, muss die Lage weiter stündlich beobachtet und kontrolliert werden. Hier kann es manchmal auch vorkommen, dass die Glätte erst in den späten Morgenstunden (gegen 7:00/8:00 Uhr) auftritt, was dann eine besondere Herausforderung darstellt. Dann muss nämlich mindestens ein Teil des Teams, welches schon bei der „normalen“ Arbeit ist, zurückgeholt und die Fahrzeuge umgerüstet werden. Das kostet viel Zeit und zudem ist auch mehr Verkehr auf den Straßen unterwegs. Dieser Fall tritt allerdings seltener ein. Kann der Winterdienst direkt um 04.00 Uhr mit der Streuung starten, sind im Normalfall die Straßen bis 07.00 Uhr frei. Die tatsächliche Streuung bzw. Räumung geht mit 2 größeren Fahrzeugen für die Straßen, einem kleineren für Gehwege und kleine Flächen und einer Handtruppe aus meistens 1 - 2 Personen mit jeweils einem Fahrzeug mit Salzkiste für kleinere Wege und Flächen von statten.
Ein sehr seltener Ausnahmefall liegt vor, wenn die Polizei den Winterdienst alarmiert. Dann muss der Winterdienst auch mitten in der Nacht ausrücken, wenn sich beispielsweise ein Eispanzer durch auslaufendes Wasser auf der Fahrbahn gebildet hat. Die große Gefahr besteht darin, dass die einzelne glatte Stelle nicht erkannt werden kann.
Bisher hatte der Bauhof in dieser Wintersaison erst 2 große Einsätze. Die intensivste Zeit ist laut Pascal Jörg aber auch immer erst im Januar/Februar. Der Bauhof verfügt meist über ca. 80 Tonnen Streusalz vor Ort in einer Halle und einem Silo verteilt, jederzeit kann der Salzvorrat nachbestellt werden. Zusätzlich gibt es noch Splitt, welcher in 15 öffentlich zugänglichen Behältern an verschiedenen Stellen im Ort verteilt, der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Pro Winter rechnet der Bauhof mit durchschnittlich 150 Tonnen benötigtem Salz.

Ein Streugutbehälter

Geräumt werden die Straßen nach einem ausgeklügelten System. Dußlingen wurde hierfür in 2 Gebiete Ost und West mit der Bundesstraße in der Mitte, geteilt. Anhand einer Prioritätenliste mit den Dringlichkeitsstufen 1-3 wurde die Reihenfolge für die Straßenräumung festgelegt. Gestartet wird für gewöhnlich mit den Hauptverkehrsstraßen und den Straßen mit starker Steigung, anschließend die Seitenstraßen und als letztes dann beispielsweise Sackgassen, wenn nötig.
Besonders herausfordernde Situationen stellen jedes Jahr viele eng beparkte Straßen dar. Häufig stehen die Autos in sowieso schon schmalen Straßen zu eng versetzt beieinander, sodass die „Schleppkurve“ für das Räumfahrzeug nicht ausreicht. Mit dem Räumschild von 3m Breite gibt es dann keine Chance diese Straße räumen zu können.

Zwei Bauhoffahrzeuge auf einer engen Straße

Pascal Jörg gibt hierbei zu bedenken, dass der Winterdienst meistens das erste Fahrzeug ist, welches auf solch einem ungeräumten Weg unterwegs ist. Die Mitarbeiter haben zusätzlich noch mit Schneefall, Glätte, schlechter Sicht und einem schweren Fahrzeug zu kämpfen. Um den Winterdienst hierbei zu unterstützen, wären die Mitarbeiter des Bauhofs der Bürgerschaft für eine bessere Parksituation sehr dankbar. Außerdem bittet der Bauhof um Verständnis, wenn bei später einsetzender Glätte und anhaltendem Schneefall nicht alle Straßen bis 7 Uhr frei geräumt sind. Sowohl Autofahrer als auch Radfahrer und Fußgänger müssen bei Schneefall und Glätte den Straßenverhältnissen angepasst unterwegs sein. Dies regelt auch die Straßenverkehrsordnung.