Aus der öffentlichen Sitzung des Sozialbeirats am 18.03.2020


Bürgermeister Thomas Hölsch begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu der, aus aktuellem Anlass vorverlegten Sitzung des Sozialbeirates. Er betonte, dass alle Anwesenden freiwillig hier seien und es ihnen freigestellt sei, bei entsprechendem Unwohlsein, den Saal wieder zu verlassen. Nach § 3 Abs. 4 der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-Cov-2 (Corona-Verordnung - CoronaVO) können Behörden aus wichtigem Grund, Ausnahmen vom Verbot zulassen. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn die Versammlung der Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur dient.
 
Da sich täglich die Nachrichten zum Coronavirus überschlagen und bei dieser dynamischen Entwicklung es nicht möglich ist zu sagen, was Morgen ist, möchte die Gemeinde schon frühzeitig beginnen ein Netzwerk zur Hilfestellung aufzubauen um kritische Situationen einzelner Bürgerinnen und Bürger gar nicht erst aufkommen zu lassen.
 
Bürgermeister Thomas Hölsch berichtet, dass oberstes Ziel sei, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Aus diesem Grund wurden alle Veranstaltungen der Gemeinde abgesagt. Das Rathaus und andere Einrichtungen wie die Kindergärten, die Sport- und Spielplätze, die BÜCHEREI/MEDIOTHEK oder die SPORT UND KULTURHALLE bleiben vorerst für die Bürgerschaft geschlossen. Der Betrieb des Rathauses wird weiterhin gewährleistet, die Mitarbeiter des Rathauses sind telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Auch bei der BÜCHEREI/MEDIOTHEK können fernmündlich Bestellungen getätigt werden.

Bürgermeister Thomas Hölsch verwies auf den Link der Homepage für Informationen zum Coronavirus. Dort werden laufend neue Informationen und Verordnungen aktualisiert.

Teresa Wild von der Stiftung Liebenau Teilhabe schlug vor, die Homepage mit Dokumenten in leichter Sprache zu erweitern. Viele Menschen mit einer geistiger Behinderung oder einer Lernschwäche wissen noch nicht einmal was das Coronavirus ist und wie man sich gesellschaftlich wie auch hygienisch schützen soll.

Susanne Maier vom Asylkreis erweiterte den Vorschlag, Merkblätter und News in mehreren Sprachen auf die Homepage zu stellen, damit sich auch Flüchtlinge, die die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschen, informieren können.

Doris Wittner von der Stiftung Liebenau Leben im Alter meinte, dass auch an die telefonische Seelsorge gedacht werden müsse. Viele ältere Menschen die alleine leben, trifft diese vorsorgliche Quarantäne besonders hart. Karl-Heinz Thurm von der ev. Kirche und Gemeinderat Harald Müller unterstützen diese Idee eine telefonische Seelsorge einzurichten.

Um die Versorgung der mobil eingeschränkten oder bereits unter Quarantäne stehenden Mitbürgerinnen und Mitbürger zu gewährleisten, wurde eine Bürgerhilfe eingerichtet.

Wolfgang Herzog von der Bürgerstiftung berichtet, dass der Fahrdienst der Bürgerstiftung bereits Einkaufsfahrten übernimmt. Erfreulich ist, dass es bereits erste Personen gibt, die sich bei der Gemeindeverwaltung gemeldet haben und ihre ehrenamtliche Unterstützung für Einkaufsfahrten angeboten haben. Eine Vernetzung mit der Bürgerstiftung und der ev. Kirche soll einen größer werdenden Bedarf abdecken.
Für die nächsten Wochen ist es absolute Priorität, dass sich niemand in der Gemeinde allein gelassen fühlt. Hier möchte das Netzwerk des Sozialbeirates alles Mögliche tun, um Ängste und Sorgen abzubauen. Unterstützung und Hilfe wo es möglich ist anzubieten oder zu vermitteln, damit alle Einwohnerinnen und Einwohner in Dußlingen diese Corona-Krise gesund und bestmöglich überstehen.