Pestizidfreie Gemeinde – Helfen Sie mit!


Der Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung haben beschlossen Dußlingen bienenfreundlicher zu gestalten. Insbesondere soll daher auf den Gebrauch von Pestiziden verzichtet werden. Der Bauhof nutzt schon seit längerem keine Pestizide mehr und seit November letzten Jahres werden bei Neuverpachtungen bzw. Pachtänderungen alle landwirtschaflich genutzten Grundstücke nur unter dem Vorbehalt von der Gemeinde verpachtet, dass der Pächter sich verpflichtet darauf keine Neonicotinoide und kein Glyphosat zu benutzen.
Diese Bemühungen nutzen allerdings nichts wenn in den Gärten der Bürger weiterhin Pestizide ausgebracht werden.
Viele der hier eingesetzten Mittel stehen im Verdacht, beim Menschen Krebs zu erregen, die Fortpflanzung zu schädigen oder den Körper hormonell zu beeinträchtigen. Werden Pestizide in Kleingärten gespritzt, können die Wirkstoffe in direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern kommen. Insbesondere für Kinder und Schwangere ist das eine Gefahr. Auch Haustiere wie Hunde und Katzen sind den Stoffen schutzlos ausgeliefert. Auch für die Artenvielfalt in der Gemeinde hat der Einsatz von Pestiziden fatale Auswirkungen. Pestizide beseitigen nicht nur unerwünschte Wildkräuter und Insekten, sondern dezimieren auch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge, Fledermäuse und Vögel. Denn diese sind auf die Wildkräuter und Insekten als Lebensraum und Nahrungsquelle angewiesen. Zudem schädigen Pestizide Bienen auch direkt. Von den über 560 Wildbienen-Arten in Deutschland steht bereits über die Hälfte auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Sieben Prozent der Wildbienen-Arten sind bereits für immer verschwunden. Blütenbesuchende Insekten sind aber unentbehrlich für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Sie erhalten die Pflanzenvielfalt und sichern landwirtschaftliche Erträge und damit unsere Ernährung. Laut Welternährungsorganisation sind weltweit rund zwei Drittel unserer Nahrungspflanzen auf Bestäuber angewiesen. In der Gemeinde sichern Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlinge den Kleingärtnern eine gute Obsternte und den Imkern reichlich Honig.

Pestizidfreie Gemeinde – Helfen Sie mit!

Unerwünschte Pflanzen auf und an Wegen, Plätzen und Straßen können durch starke Hitzeeinwirkung abgetötet werden. Neben Abflamm- und Infrarotgeräten gibt es dazu auch Maschinen, die mit heißem Schaum oder heißem Dampf arbeiten. Alle thermischen Lösungen haben allerdings einen hohen Energiebedarf, außerdem sind die Geräte teuer. Deshalb ist es am besten die Unkräuter durch ein mechanisches Verfahren zu beseitigen, etwa mit Kehrmaschinen mit speziellen Radialbesen mit härteren Borsten aus Kunststoff oder Metall, Fugenkratzer, Absaugsysteme, Mähgeräte und Freischneider. Generell gilt bei der mechanischen Wildkraut-Entfernung: je früher, desto besser.
Helfen Sie mit. Tun Sie etwas für die Umwelt und verzichten Sie auf Pestizide. Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.